Alopezie

 

Chemotherapie-induzierte temporäre Alopezie ist eine der häufigsten und emotional am stärksten belastenden unerwünschten Wirkung der Tumortherapie.72 73 74 74% der weiblichen Patienten beschreiben die Chemotherapie-induzierte Alopezie als den traumatischsten Effekt der Chemotherapie und 8% lehnen eine Chemotherapie aus Angst vor Alopezie ab.75 76
Jedoch nicht alle Chemotherapeutika führen zu einer Alopezie.77 Unter den modernen zielgerichteten Therapien ist die Alopezie auch deutlich milder.78 Die Veränderungen der Haare unter EGFR-Hemmern werden etwa zwei bis drei Monate nach Behandlungsbeginn spürbar. Bei vielen Patienten werden die Haare brüchiger, dünner und gelockt.79 80 81 Im Stirnbereich können sie auch vermehrt ausfallen. Der Haarwuchs wird insgesamt langsamer.82 Im Generellen bilden sich die Veränderungen an den Haaren zurück, nachdem die Medikamente abgesetzt werden.81 
Bei den Männern kann der Bartwuchs zurückgehen. Augenbrauen und Wimpern hingehen können länger wachsen.83 84 85
Unter Sorafenib- und, weniger ausgeprägt, auch unter Sunitinib-Therapie kann eine temporäre, diffuse, milde bis mässige Alopezie der Kopfhaare auftreten. Eine Depigmentierung des Haares circa fünf bis sechs Wochen nach Therapiebeginn ist häufig bei Patienten, die Sunitinib einnehmen.87 86 Nach Beendigung der Behandlung können die Haare bei einigen Patienten dunkler nachwachsen.88
Im Allgemeinen sind Haarveränderungen bei der Therapie mit modernen zielgerichteten Substanzen nur selten der Grund für einen Therapieunterbruch. Trotzdem können sie für die Patienten eine grosse Belastung darstellen, da die Behandlung mit EGFR-Hemmern und Tyrosinkinasehemmern in der Regel über Monate fortgesetzt wird.
Derzeit gibt es keine pharmakologische Intervention, welche die durch orale Chemotherapie induzierte Alopezie oder Haarveränderungen verhindern kann.

© Cancerdrugs GmbH, last update 18.02.2016.
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