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SAKK - SWISS GROUP FOR CLINICAL CANCER RESEARCH

22-11-2018 18:14

Zürich (ots) - Der Verein zur Unterstützung von Betroffenen mit Gastrointestinalen Stromatumoren, die GIST-Gruppe Schweiz, hat zum neunten Mal den Wissenschaftspreis verliehen. Der mit 10'000 Franken dotierte GIST-Preis 2018 geht an Dr. med. Michael Montemurro für seine Arbeit über "Long-term outcome of dasatinib first-line treatment in GIST: A multicenter two-stage phase II trial SAKK 56/07" / M. Montemurro, A. Cioffi, J. Domont, P. Rutkowski, A.D. Roth, R. von Moos, R. Inauen, M. Toulmonde, R.O. Burkhard, C. Knuesli, S. Bauer, P. Cassier, H. Schwarb, A. Le Cesne, D. Koeberle, D. Baertschi, D. Dietrich, C. Biaggi, J. Prior, S. Leyvraz.

Publiziert in Cancer. 2018 Apr 1;124(7):1449-1454.

Die Laudatio wurde von Prof. em. Dr. Dr. h.c. Urs Metzger, Mitglied des Preiskomitees und medizinischer Beirat der GIST-Gruppe, gehalten.

Zusammenfassung der Arbeit

Der Einsatz von Imatinib und anderen Tyrosinkinase-Hemmern (TKI) wie Sunitinib und Regorafenib, hat die Prognose von Patienten mit Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) in den letzten Jahren deutlich verbessert. Leider entwickeln viele der Tumore im Laufe der Zeit Resistenzmechanismen, weswegen neue Therapien dringend erforderlich sind.

Dr. Montemurro und mehrere schweizer, französische, polnische und deutsche Kollegen haben in der SAKK 56/07 Studie den Einsatz von Dasatinib, einem neueren TKI und Hemmer weiterer Kinasen, bei 42 bisher unbehandelten GIST-Patienten untersucht. Erfreulicherweise zeigten 74% der Patienten bereits nach einem Monat Therapie ein Ansprechen im FDG-PET im Sinne einer verminderten oder sogar fehlenden FDG-Anreicherung im Tumorgewebe. Die mediane Zeitdauer, während der die Erkrankung durch Dasatinib kontrolliert wurde, betrug 13.6 Monate. Etwa die Hälfte der Patienten entwickelten klinisch bedeutsame Nebenwirkungen, die häufig entweder den Magen-Darm Trakt oder die Lunge betrafen.

Die SAKK 56/07 Studie zeigt, dass Dasatinib eine deutliche Wirkung bei GIST-Patienten aufweist und bei ausgewählten Patienten oder der späteren Rezidivtherapie seinen Platz in der Behandlungskaskade finden könnte.

Die Preisverleihung erfolgte am 22. November 2018 im Rahmen der Halbjahresversammlung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) in Zürich.

GIST ist eine sehr seltene Krebserkrankung des Magen-Darmtrakts und gehört zu den Sarkomen, einer Gruppe von bösartigen Tumoren, die in Bindegewebe, Knochen und Muskeln vorkommen. Sie tritt bei etwa 10 bis 15 Menschen pro 1 Million Einwohner pro Jahr auf. Als Non-Profit Organisation führt die SAKK auch Studien im Bereich solch seltener Krebserkrankungen durch.

Hintergrundinformationen

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)

Gastrointestinale Stromatumoren sind eine seltene Krebserkrankung des Magen-Darmtrakts. Sie gehören zu den Sarkomen, einer Gruppe von bösartigen Tumoren, die in Bindegewebe, Knochen und Muskeln vorkommen. Etwa 40 bis 70 Prozent der GIST-Primärtumoren entstehen im Magen, 20 bis 40 Prozent im Dünndarm und 5 bis 15 Prozent im Dickdarm und Mastdarm. GIST darf nicht verwechselt werden mit den viel häufigeren Krebserkrankungen des Magen-Darmtrakts, die unter den Begriff Karzinome fallen. GIST machen nur etwa zwei Prozent aller Krebserkrankungen im Bereich des Magen-Darmtrakts aus. Karzinome können zwar an den gleichen Stellen auftreten wie GIST, ihre Herkunft und Behandlung sind aber völlig verschieden.

GIST-Gruppe Schweiz

Die GIST-Gruppe Schweiz ist eine Organisation zur Unterstützung von Betroffenen mit Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST). Sie unterstützt alle Bemühungen zur Verbesserung der Therapie von GIST. Dazu vergibt die GIST-Gruppe unter anderem einen jährlichen Preis an Organisationen oder Personen, die sich für dieses Ziel einsetzen. Ausgezeichnet werden Vorträge, Publikationen, Podiumsdiskussionen, wissenschaftliche oder gesellschaftsrelevante Projekte. Der Preis ist mit 10'000 Franken dotiert und wird durch die GIST-Gruppe Schweiz ausgerichtet.

Weitere Informationen: www.gist.ch, gist@gist.ch

SAKK

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) ist eine Non-Profit Organisation, die seit 1965 klinische Studien in der Onkologie durchführt. Ihr wichtigstes Ziel ist es, neue Krebstherapien zu erforschen, bestehende Behandlungen weiterzuentwickeln und die Heilungschancen von krebskranken Patientinnen und Patienten zu verbessern. Dies geschieht durch Kooperationen innerhalb der Schweiz und in Zusammenarbeit mit ausländischen Zentren und Studiengruppen. Die SAKK wird durch eine Leistungsvereinbarung mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sowie durch Partner wie Krebsliga Schweiz und Krebsforschung Schweiz unterstützt. Mehr Informationen unter: www.sakk.ch, info@sakk.ch

Kontakt:

Dr. Michael Montemurro, CHUV Lausanne, michael.montemurro@chuv.ch
Telefon +41 21 314 93 68
Dr. Peter Brauchli, Direktor SAKK, peter.brauchli@sakk.ch,
Telefon +41 31 389 92 96

 

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