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Fachzeitschrift The Lancet: Akustische Hirntumore bei Musikern mit hochpräziser Radiochirurgie behandelt

31-08-2018 10:43

(Meldung Life Science Communication AG) In der Schweiz wird diese Hochpräzisionstechnik mit dem Leksell Gamma Knife bisher erst im CHUV in Lausanne eingesetzt. Sie hat den Vorteil, dass sie fast keine schädigende Strahlenbelastung bewirkt und dass Komplikationen durch Operationen vermieden werden können.

Die am Kantonsspital CHUV in Lausanne tätigen Neurochirurgen Constantin Tuleasca und Marc Levivier haben soeben in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet Oncology berichtet, wie sie in den letzten Jahren mehrere Musiker mit unterschiedlichen Krankheitsverläufen erfolgreich mit hochpräziser Radiochirurgie mit dem Leksell Gamma Knife behandelt haben.

The Lancet Oncology: Vol. 19 / Issue 8 / P1025 / August 2018. Constantin Tuleasca, Marc Levivier: The art of medicine. A virtual musician quartet with vestibular schwannoma

 

Krankes Gewebe präzise behandeln - gesundes Gewebe schonen

Gutartige Hirntumore bewirken Gewebsanomalien, die oft tief im Hirngewebe liegen. Beim vestibulären Schwannom können diese sowohl Gleichgewichtsprobleme als auch Hörverluste auslösen. Offene Operationen bergen das Risiko, gesundes Gewebe wie Hirnnerven zu zerstören und damit wichtige Hirnfunktionen zu gefährden, dies mit dramatischen Folgen wie Hörverlust oder Gesichtslähmung. Die stereotaktische Radiochirurgie hat den Vorteil, dass sie mit höchster Präzision nur das kranke Gewebe behandelt und daneben liegendes gesundes Gewebe schont. Dabei helfen die modernsten Bildgebungsverfahren wie Magnetresonanztomographie (MRI), die mit 3D-Koordinaten das erkrankte Gewebe exakt zu lokalisieren vermögen.

Das Leksell Gamma Knife setzt gesundes Hirngewebe so wenig Strahlen aus wie keine andere heute verfügbare Bestrahlungstechnik.

Ambulanter, schmerzfreier Eingriff ohne lange Ausfälle

So wurden denn auch die Musiker behandelt, damit sie ihre musikalische Aktivität möglichst unbehindert weiter ausüben konnten. Die einmalige nicht-invasive Behandlung mit dem Gamma Knife wird ambulant und bei vollem Bewusstsein durchgeführt, und die Patienten gingen bereits am folgenden Tag wieder ihrer Berufstätigkeit nach. Dank des Eingriffs mit dem Gamma Knife konnte das Wachstum des Tumors gestoppt werden, und es traten praktisch keine Nebenwirkungen auf, insbesondere, was die Fähigkeit betrifft, das funktionelle Gehör zu erhalten. Der Lancet Report beschreibt diese personalisierten Behandlungen als beispielhaft für Fälle, bei denen auch andere Behandlungswege möglich gewesen wären, aber bei denen die durch die Patienten gewählte radiochirurgische Behandlung der Krankheitsverlauf in eine Richtung beeinflusst werden konnte, dass sie für die weitere Ausübung ihres Berufs und ihrer Leidenschaft einen maximalen Nutzen erlangen konnten.

Hochpräzise Radiochirurgie mit dem Gamma Knife schafft neue Lebensqualität

Für die Neurochirurgen am CHUV stellte sich die Frage, ob sie die Patienten in diesem Stadium mit dem Gamma Knife behandeln sollten, um ihnen die bestmögliche Chance zu bieten, das Gehör zu erhalten. "Wir orientierten uns am hippokratischen Eid, der den Ärzten vorgibt, unparteiisch zu sein, wenn der Patient die Wahl zwischen verschiedenen Behandlungspfaden hat“, sagen die Autoren. „Es zeigt sich, dass das Erhalten neurologischer Funktionen bei den Patienten in letzter Zeit immer mehr Priorität erhält.“ Damit wird die Lebensqualität der Patienten massgeblich erhöht, und dies ohne lange Spitalaufenthalte. Über eine Million Patienten weltweit profitierten bereits von der Gamma Knife Technologie, die dank intensiver Zusammenarbeit mit führenden Kliniken kontinuierlich weiterentwickelt wurde und mit der inzwischen sechsten Gerätegeneration den Goldstandard der Radiochirurgie im Bereich Hirnerkrankungen darstellt.

 

Über stereotaktische Radiochirurgie und das Leksell Gamma Knife

Lars Leksell, Professor für Neurochirurgie am Karolinska Universitätsspital, Schweden hat bereits 1951 die stereotaktische Radiochirurgie und 1968 das Leksell Gamma Knife entwickelt, in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen, dem Physiker Börje Larsson. Weltweit werden in rund 300 Zentren jährlich mehr als 80'000 Behandlungen durchgeführt. Für die stetige Weiterentwicklung der Technologie arbeiten weltführende Kliniken mit der Herstellerfirma vom Gamma Knife zusammen und führen Studien in den verschiedenen Anwendungsbereichen durch.

Das Leksell Gamma Knife in der Schweiz

Das Departement für Neurochirurgie des Universitätsspital Lausanne (CHUV) ist zurzeit das einzige Behandlungszentrum, das in der Schweiz die Stereotaktische Radiochirurgie mit Leksell Gamma Knife anbietet. Über 1'500 Patienten wurden im CHUV bereits von Prof. Marc Levivier und seinem Team mit Gamma Knife behandelt (rund 200 Patienten / Jahr). Levivier ist Leiter des Departements Neurochirurgie des Universitätsspitals und Professor an der Fakultät für Biologie und Medizin der Universität Lausanne. Eine Reihe renommierter Fachartikel geht aus seiner Forschung und klinischen Tätigkeit hervor (siehe PubMed). Die Behandlung mit Leksell Gamma Knife ist für fast alle Indikationen kassenpflichtig. Eine Ausnahme bildet die Behandlung von Hirnmetastasen. Trotz überzeugender Studienlage in weltweit renommierten Journalen wird diese Behandlungsoption bei Hirnmetastasen in der Schweiz von der Grundversicherung noch immer nicht übernommen.

Über Elekta

Elekta ist ein international tätiges, schwedisches Unternehmen mit Hauptsitz in Stockholm. Es wurde 1972 von Lars Leksell gegründet und ist seither führender Anbieter von Technologie, Geräten und Software im Bereich Radiotherapie, Radiochirurgie und Brachytherapie. Mehr als 6'000 Spitäler weltweit nutzen die Technologien von Elekta. Elekta beschäftigt weltweit 3'600 Mitarbeitende. www.elekta.com 

 

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